Chronik der DLRG München-Mitte

1930
Im Januar wird der DLRG-Bezirksverband Oberbayern in München gegründet. Aus dem Mitgliederbestand bilden sich in diesem Zeitabschnitt die ersten Rettungswachen an der Isar und eine Einsatzgruppe München wird ins Leben gerufen. Dieser Einsatzschwerpunkt ist auch dadurch bedingt, dass der Sylvensteinspeicher noch nicht gebaut ist und die Isar (»Isaria« = die Reißende) ihrem Namen alle Ehre macht, wenn sie ihre Wassermassen mit Urgewalt aus dem Karwendelgebirge in Richtung Donau befördert.

1953
Eine Jubiläumstagung in München - 40 Jahre DLRG – beweist die nationale und internationale Bedeutung der DLRG. Die großen Zerstörungen des Krieges haben noch Einschränkungen in der kargen Winterzeit zur Folge: In München und in Fürstenfeldbruck gab es jeweils nur ein einziges Schwimmbad.

1959
Im April findet in einem kleinen Sportheim in München-Stadelheim eine Tagung der Technischen Leiter statt. Im gleichen Jahr nimmt Dr. med. Georg Zylka Verhandlungen mit der Stadt München auf. Der Plan für einen beabsichtigten Bau einer Landesverbands-Heimstätte und Ausbildungsschule für Rettungsschwimmer soll verwirklicht werden. Mit Zustimmung des Oberbürgermeisters beginnt der Neubau in der Lilienstraße noch im gleichen Jahr.

1960
Am 23. Mai wird das neue Heim im Herzen Münchens feierlich eingeweiht. Innenminister Goppel und Bürgermeister Brauchle sprechen »von der unentbehrlichen Arbeit der Humanität, welche die DLRG leiste«. Die feierliche Weihe durch kirchliche Vertreter wird umrahmt von Musikzügen der Polizei, Bundeswehr und Bundesgrenzschutz. Zahlreiche Festgäste des öffentlichen Lebens sowie befreundete Organisationen nehmen an der Einweihung teil. Dr. Georg Zylka erhält aus den Händen von DLRG-Präsident Thomsen die goldene Verdienstnadel. Nachdem die Geschäftsstelle des Landesverbandes Bayern in das neue Heim verlegt wird, findet auch dort die Jugend-Hauptversammlung im Oktober 1961 statt.

1962
Am 29. Juli finden festliche Einweihungsfeiern statt. Neben dem Ampersee und dem Lerchenauer See bekommt auch der Fasaneriesee eine Rettungsstation. Vertreter von Ministerien, der Landeshauptstadt München, Polizei, Bundeswehr und anderen Organisationen sind von den grandiosen Schauvorführungen begeistert. Das große Musikkorps der amerikanischen Militärpolizei gibt den festlichen Rahmen.

Mit vier Personen im VW Käfer fuhren Rettungsschwimmer nach Bayern

1965
Bereits fünf Jahre vor der Gründung wird von der Einsatzgruppe München des DLRG-Bezirksverbands Oberbayern die Gründung eines eigenen Ortsverbandes beantragt. Leider erhält dieses Ansinnen keine Zustimmung. Die ehrenamtlichen Aktiven legen weiterhin in ihrer Freizeit große Wegstrecken zurück und betreuen jedes Wochenende auch Wachstationen am Chiemsee und Starnberger See. Erst später können verschiedene Badegebiete des gesamten oberbayerischen Raumes von aktiven Rettungsschwimmern der näherliegenden, neu gegründeten Ortsverbände betreut werden.

1970
Die Gründung des Ortsverbandes München-Mitte mit 735 Mitgliedern kann durchgesetzt werden. Am 7. März wird Wolfgang Nowottnick zum Vorsitzenden gewählt. Der Bezirksverband Oberbayern überlässt Wolfgang Noebel, dem Technischen Leiter des noch jungen Ortsverbandes, einen Einsatzwagen, zwei Motorboote, Tauchausrüstungen und diverse Rettungsgeräte - Start-Material, um sechs Wachstationen zu versorgen sowie Schwimmausbildung in drei Münchner Bädern durchzuführen (Müller'sches Volksbad, Westbad, Nordbad). Durch die Gründung weiterer Ortsverbände in den 1970er Jahren reduziert sich die Anzahl der Wachstationen und Mitglieder etwas. In den ersten Jahren zeichnet sich der Ortsverband München-Mitte durch eine starke Beteiligung an Rettungseinsätzen bei Wassersportveranstaltungen und bei Rettungsvergleichskämpfen bis zur internationalen Klasse aus.

1972
Die durchgeführten Lehrgänge sind ein gutes Training, um sich auf den aktiven Einsatz zu den Spielen der XX. Olympiade in München im August zu konzentrieren. An der Ruderregattastrecke und am Augsburger Eiskanal sind 45 Kameradinnen und Kameraden sechs Wochen im Einsatz und erleben Höhen und Tiefen der Spiele aus nächster Nähe. Bei allen anderen Wildwasserveranstaltungen im südbayerischen Raum sind die DLRG-Rettungsschwimmer des Ortsverbandes München-Mitte mit der Streckenüberwachung beauftragt.

1974
Bei den Deutschen Kanumeisterschaften haben die Münchner Rettungsschwimmer ihr wachsames Auge unter Beweis zu stellen. Hierbei können sie enge Verbindungen mit den verschiedenen Kanuverbänden sowie mit der deutschen Nationalmannschaft knüpfen und Erfahrungen austauschen.

1975
Planierraupen bearbeiten den Baggersee an der Fasanerie Nord, um die Begehbarkeit zu verbessern. Mit der Anpflanzung von Wiesen und schattenspendenden Bäumen wird er zu einem beliebten Naherholungsgebiet.

Die Kameraden Rainer Seidel und Karl-Heinz Haydn beteiligen sich an einer groß angelegten Spendenaktion. Ihr Engagement mit der Presse bringt so viel Geld in die Kasse, dass die DLRG am Ampersee eine gemauerte Wachstation errichten kann.

Die Rettungsstation am Ampersee (im Wachdienst bis zum Jahre 1994)
Die Wasserrettungsstation am Nordufer des Fasaneriesees in den 1970er Jahren

1979
Der Ortsverbands-Vorsitzende Wolfgang Nowottnick tritt dafür ein, die DLRG dem breiten Publikum auf der Fachmesse »Caravan + Boot + Reisemarkt« (in Halle 14) zu präsentieren. Neben den vielseitigen Rettungsdemonstrationen klärt die DLRG die zahlreichen Interessenten auf dem Münchner Messegelände über Wachtätigkeiten an den Seen und Flüssen auf. In den folgenden zehn Jahren steht auch ein größeres Schwimmbecken in der Halle zur Verfügung, in dem fünf Rettungsschwimmer und vier Taucher eine Demonstration zeigen. Wolfgang Nowottnick kommentiert das Programm, das als Höhepunkt den Einsatz eines Rettungsbrettes darstellt.

1980
Mit dem Ehrgeiz, auch bei weiter entfernten Schwimmveranstaltungen dabei sein zu können, stellt Heinz Lojka über mehrere Jahre eine Gruppe Münchner DLRG-Mitglieder zusammen, um am Donauschwimmen teilzunehmen. Pokale und Wanderpokale belohnen den Eifer, die die Teilnehmer nach mehrfachem Gewinn stolz nach Hause bringen. Gleichzeitig wird dem Ortsverband München-Mitte die volle Nutzung des DLRG-Heimes in der Lilienstraße übertragen. Der Bezirksverband behält zwei Büros für seine übergeordneten Tätigkeiten.

Im Sommer wird die Hartnäckigkeit des Kameraden Willibald Krause belohnt: Die Bayerische Vereinsbank sagt für 1981 die Spende eines VW-Buses zu, dessen Einsatz schon zu damaliger Zeit treue Dienste liefert.

1982
Ein kleines Rettungsboot wird erworben und auf dem Ampersee eingesetzt. Erst 2016 wird es endgültig außer Dienst gestellt.

Die Stiftung der Bayerischen Vereinsbank: Ein VW-Bus und das MRB München 1, die dem Ortsverband große Dienste erwiesen

1983
Peter Schlink bemüht sich, eine attraktive Schwimmveranstaltung im Raum München auf die Beine zu stellen. Seine Idee, ein DLRG-Schwimmen in der Isar zu betreiben, ist im Münchner Stadtgebiet nicht durchführbar. Nach Rücksprache mit der Vorstandschaft findet er in Willibald Krause einen guten Fürsprecher. Auf der Suche nach einer guten Lösung wird der Flussabschnitt zwischen Pullach und Thalkirchen gewählt. Der 5,3 km lange Isarkanal bietet auch jungen Schwimmern die Möglichkeit, die Strecke gefahrlos zu bewältigen. Startplatz und Zieleinlauf werden festgelegt und die Burg Schwaneck als Funkstation ausgewählt. Der Funkmast besteht aus Alu-Rohren, die Kamerad Krause noch aus seiner Drachenfliegerzeit übrig hat. Die Halterungen der Antenne schweißt er in der Firma. Während beim ersten Schwimmen noch 23 Teilnehmer gemeldet sind, steigert sich in der über 10-jährigen ersten Epoche des Isarschwimmens diese Zahl stets. In den letzten Jahren bewältigen bis zu 200 Schwimmer im Alter von acht bis 70 Jahren bei dieser Veranstaltung die Strecke. Die internationale Beteiligung lässt nicht auf sich warten. Für DLRG, BRK-Wasserwacht, Tauchclubs, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und US-Kampfschwimmer sind der Empfang von Urkunden und Pokalen der begehrte Lohn. Auch die Österreichische Wasser-Rettung beteiligt sich an diesem schon zur Tradition gewordenen »Oktoberfest-Anschwimmen«. So kann sich 1985 eine freundschaftliche Partnerschaft entwickeln, die sich auch bei unserer Teilnahme am Salzachschwimmen festigt.

Isarschwimmen in den 1980er Jahren

1985
Ein Triathlon Wettbewerb des TSV Grünwald wird im Jahr 1985 selbst für das Einsatzpersonal der DLRG München-Mitte zum Wettkampf. Neben der Betreuung der Wasserrettung sorgt sie auch für die Unfallsicherung und Blasenversorgung an der Laufstrecke. Auch für die anschließend zu absolvierende Radstrecke wird unsere Mannschaft benötigt. Im Eiltempo müssen die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen zur Überwachung der Strecke in ein Waldstück gebracht werden, um dort acht Funkstationen zu besetzen. Eine günstig angebrachte, acht Meter hohe Antenne sorgt für einen gut funktionierenden Funkverkehr. Ebenfalls im Jahr 1985 übernimmt die DLRG München-Mitte die Betreuung eines Langzeitschwimmens. Die Firma Karstadt organisierte im Münchner Nordbad ein »24-Stunden-Schwimmen«.

1986
Bei der Ortsverbandsversammlung verkündet der Vorsitzende stolz, dass es dem Kameraden Friedhelm Gottselig am 22. Februar gelungen ist, eine DLRG-Jugendgruppe zu gründen. Tatkräftige Hilfe erhält er in seiner Jugend-Vorstandschaft von Peter Glaremin, Uta Strehle und Severin Thummerer.

1987 / 1988
Tatkräftige Mitglieder beginnen, den Wirtschafts- und Ausbildungsraum in der Lilienstraße zu sanieren. Neben den vordringlichen Umbauarbeiten bekommt der Raum neue Elektro-Öfen. Auch die angebrachte Holzverkleidung spendet behagliche Wärme.

1987
Auf Veranlassung der Landestagung wird beschlossen, dass die Ortsverbände die Zustimmung zur Selbständigkeit als »eingetragener Verein« erhalten. Daraufhin wird dieser Schritt für den Ortsverband München-Mitte in die Wege geleitet und 1990 vom Landesverband genehmigt.

1991
Die Eintragung (e. V.) beim Amtsgericht, Vereinsregister, erfolgt am 25. Juli 1991. Da der Ortsverband München-Oberföhring keine eigene Wachstation an einem See besitzt, ergeht die Anfrage, ob die DLRG München-Mitte ihrem »Nachbarverein« die Station am Garchinger See überlassen könnte. Die Vorstandschaft des Ortsverbandes München-Mitte gibt nach einer Sitzung die Zustimmung und so kann die DLRG München-Oberföhring mit Beginn der Wachsaison 1991 eine Station ihr Eigen nennen.

1992
Der lange geplante Umbau des Orstverbands-Büros wird in Angriff genommen. Anfangs bemüht sich die Vorstandschaft, selbst die einfachen Arbeiten handwerklich zu meistern (Einbauschrank lackieren, Teppichboden verlegen, einen großen Bürotisch beschaffen usw.). Nachdem jedoch vom großen Hagel (12. Juli 1984) noch das Dach undicht ist, müssen ein paar Freiwillige helfen, um große Kosten einzusparen. Die weit reichenden Pläne einer kompletten Sanierung müssen einer Fachfirma übertragen werden. So wird die Hausfassade wärmedämmend abgedichtet, neue Fenster eingesetzt, im ersten Stock eine Zwischenwand entfernt, die Bürotür versetzt und schließlich das WC hygienisch renoviert. Der komplette Umbau ist 1993 abgeschlossen. Diese Ausgaben können nur gemeistert werden, weil ein verstorbenes Ehepaar im Testament mehrere Rettungsorganisationen mit einem Geldbetrag bedacht hat, der jeden Vorstand erstrahlen lässt.

1992
Am 19. September wird anlässlich des 10. Internationalen Isarschwimmens dem Ortsverband ein neuer DLRG-VW-Einsatzbus gestellt. Im Zielbereich an der Münchner Floßlände wird der geschmückte Wagen unter den Klängen des Luftwaffen-Musik-Korps der Bundeswehr feierlich geweiht. Ein Galaabend im Festsaal des Salvatorkellers krönt diese Jubiläumsveranstaltung mit den Ehrungen von Willibald Krause und Peter Schlink (Initiatoren des Isarschwimmens), verdienstvollen Organisatoren sowie einem Kameraden für 40jährige DLRG-Mitgliedschaft. Der Präsident des Landesverbandes Bayern, Richard Rosipal, würdigt das Isarschwimmen als eine schon über die Grenzen hinaus bekannte Veranstaltung. Der Münchner Stadtrat Helmut Aschl, der am Vormittag selbst noch die Isarstrecke in sicherem Gewahrsam der Münchner Berufsfeuerwehr absolviert, nennt das Isarschwimmen eine sportliche Einrichtung, dass auch die Presse bereits als »Münchner Oktoberfest-Anschwimmen« betitelt.

1993
Das 11. Isarschwimmen muss wegen eines Wehrumbaus in Thalkirchen ausfallen. Ein Großteil des Wassers muss abgeleitet werden, sodass ein Schwimmen auf dem letzten Abschnitt nicht mehr möglich ist.

1994
Ein großes Problem bereitet der Vorstandschaft der Wachdienst an der Station Fasaneriesee. Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der dort anwesenden Badegäste. An jedem Wochenende werden mehrere Hilfsmaßnahmen geleistet: Bienenstiche, Schnittverletzungen durch Glasscherben im Fußsohlenbereich, Schürfwunden durch Fahrradstürze, Rettungseinsätze bei Ertrinkenden! Die mangelhaften sanitären Einrichtungen machen eine ausreichende Versorgung immer schwieriger. Die kleine Baracke besitzt keinen Strom- und Wasseranschluss - folglich auch keine Toilette. Für blutende Patienten und blutverschmierte Helfer gibt es kein Waschbecken. Eine sterile Wundversorgung ist nicht gewährleistet. Durch die Ansammlung einer Kolonie von Ameisen und sonstigem Ungeziefer bleibt nur die Entscheidung, die Station zu schließen. Der Schock für die Stadt München ist groß und der Geldbeutel leer. Woher das Geld nehmen bei der angespannten Haushaltslage und der allgemeinen finanziellen Kürzungen? Die ersten Verhandlungen werden geführt, über Kostenplanung und Standortbestimmung gesprochen. Der Schock für die DLRG ist ebenso groß, als man uns anbietet, »Container« zur Verfügung zu stellen. Man denkt gar an ein Baufahrzeug, wie es beim Straßenbau als Materiallager verwendet wird. Aufgrund der immer intensiver werdenden Gespräche wird die DLRG davon überzeugt, was das Landschafts- und Gartenbauamt unter dem Ausdruck »Container« verstehen. Es sind Räumlichkeiten, wie sie den Anforderungen einer Rettungsstation der damaligen Zeit entsprechen. Durch zahlreiche Telefonate, bei denen wir den Stadtplanern auch unsere persönliche Hilfe anbieten, werden enge Kontakte der Zusammenarbeit geknüpft. Bei Ortsbesichtigungen werden die gegenseitigen Wünsche geäußert und Vorschläge unterbreitet. Von Monat zu Monat wächst die Fertigstellung, bis im Juli 1994 die Einrichtung beginnen kann. Tatkräftige Hilfe leisten auch die DLRG-Kameraden beim Zusammenbau der Einrichtung, bei der Montage einer Sitzgruppe sowie der komplett gestifteten Anlagenumzäunung Die ersten lebensrettenden Einsätze kommen bereits innerhalb weniger Wochen. Zwei verunglückte Frauen können dem nassen Tod entrissen werden. Durch den Einsatz unseres Rettungsbusses sowie der räumlichen Ausstattung der Station (Sanitätsraum) ist eine optimale Erste Hilfe erst möglich geworden. Die beiden Damen werden in der neuen Station wiederbelebt und mit einem Rettungsfahrzeug in ein Krankenhaus gebracht. Da in diesen ersten Wochen noch kein Telefon installiert ist, musste die Rettungsaktion über Funk abgewickelt werden.

1995
Am 5.Juli wird dank des Baureferats der Landeshauptstadt München, das es trotz finanzieller Probleme geschafft hat, der DLRG diese Wasserrettungsstation zur Verfügung zu stellen, diese nun offiziell eingeweiht.

Abriss der Wasserrettungsstation am Nordufer des Fasaneriesees
Die Wasserrettungsstation am Südufer des Fasaneriesees in Container-Bauweise

1996-1997
Das Isarschwimmen findet wieder statt, 1997 werden rund 360 Schwimmer auf der Teilnehmerliste notiert.

1998
Die DLRG München-Mitte sichert im Juli Filmaufnahmen am benachbarten Auer Mühlbach mit unserem Motorrettungsboot und vier Rettungsschwimmern ab. Das Isarschwimmen muss wegen Kolibakterien kurzfristig abgesagt werden.

1999
Das Isarschwimmen kann weiterhin aufgrund der schlechten Wasserqualität nicht stattfinden und ein alternatives Schwimmen auf der Ruderregattastrecke in Oberschleißheim wird mangels ausreichender Teilnehmerzahl abgesagt.

2000
Im Februar: Teilnahme einer Seniorenmannschaft (Altersklasse 140) bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Georgsmarienhütte. Dies ist vermutlich das erste Mal, dass die DLRG München-Mitte bei einer solchen Deutschen Meisterschaft war. Am 10. September betreut die DLRG München-Mitte den Splash-Wettbewerb von Radio Gong und Sport Scheck. Dabei ist eine Kunst-Schnee-Schanze am Olympiasee aufgebaut worden. Über die Schanze auf dem Snowboard runter und dann soweit wie möglich auf dem Wasser gleiten ist die Vorgabe im ersten Versuch. Nach dem Schanzenumbau geht es um die höchste Sprungweite. Einige Sportler müssen im See von Ihren Snowboards befreit und aufgenommen werden.

2001
Im März: Zweite Teilnahme einer Seniorenmannschaft (Altersklasse 140) bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Pfullingen. Am Fasaneriesee leisten wir in diesem Jahr 3578 Wachstunden mit 28 Hilfeleistungen. Die erste groß angelegte  Katastrophenschutzübung in Oberbayern findet am Truppenübungsplatz Wackerstein an der Donau statt. Der Ortsverband beschließt die Anschaffung eines neuen Motorrettungsboots für den Einsatz am Fasaneriesee und Katastrophenschutz. Nach langer Überlegung ist die Entscheidung auf ein Aluminiumboot gefallen, Modell „Buster M“ aus Finnland. An der Wasserrettungsstation bauen wir in Eigenleistung eine neue Küche ein.

2004
Im März besuchen Mitglieder des Ortsverbands den Standort des Rettungshubschraubers Christoph 1 am Klinikum Harlaching. Das Motorrettungsboot Orca wird in Dienst gestellt. Der Ortsverband nimmt im Juli an den Rescue Games am Brombachsee teil. Katastrophenschutz-Übung „Herbststurm 2004“ an der Regatta-Anlage in Oberschleißheim mit THW, Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst und Bundeswehr-Reservisten im September. Es findet weiterhin kein Isarschwimmen statt.

2005
Nach langer Pause kann wieder das Isarschwimmen durchgeführt werden. Für die erste Veranstaltung melden sich immerhin schon 137 Teilnehmer an. Im gleichen Jahr kann der neue Wasserrettungs-Einsatzwagen (ESW), ein VW LT35, in Dienst gestellt werden. Der bisherige, 1992 beschaffte VW-Bus wird als Einsatzleitwagen (ELW) weitergenutzt.

Neuer Einsatzwagen Pelikan München 91/1

2006
Das Jahr ist geprägt von umfangreichen Diensten und Einsätzen. Im Februar sind die Einsatzkräfte der DLRG München-Mitte mit einer anderen Form des Wassers beschäftigt: aufgrund der starken Schneefälle wird in einigen Landkreisen in Niederbayern der Katastrophenfall ausgerufen. Daraufhin kommen Einheiten des Katastrophenschutzes aller Couleur, „alle, die eine Schneeschaufel halten können“, zum Einsatz. Hier zahlt sich die universell verwendbare Struktur und Organisation der Katastrophenschutzeinheiten aus, sodass sich die alarmierten Einheiten innerhalb kürzester Zeit auf dem Weg ins Schadensgebiet machen. Unser Ortsverband ist mit beiden Fahrzeugen dabei. Während der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni ist die DLRG als Lotsendienst für auswärtige Einsatzkräfte dem Bereitstellungsplatz Nord zugeteilt, um im Einsatzfall die Einsatzkräfte zur Einsatzstelle zu führen. Beim Papstbesuch im August unterstützt die DLRG München-Mitte zusammen mit dem DLRG-Ortsverband München-Oberföhring die Sanitätskräfte des Malteser Hilfsdienstes bei der Vorhaltung eines Behandlungsplatzes sowie der sanitätsdienstlichen Betreuung eines Einsatzabschnittes. Auch eine Funk-Relaisstelle wird durch den Ortsverband auf einem Turm des Münchner Domes für die Malteser eingerichtet. Im Herbst sichert der Ortsverband eine Filmabsicherung für einen Krimi auf dem Isarkanal bei Unterföhring ab.

2007
Bayerns Innenminister Günther Beckstein übergibt feierlich einen neuen Einsatzleitwagen, einen Nissan Navara. Das Fahrzeug wurde als Zugführerfahrzeug des Katastrophenschutz-Wasserrettungszuges Oberbayern im Rahmen einer Sammelbestellung im Vorjahr beschafft, bei der alle 19 Katastrophen-Wasserrettungszüge in Bayern mit dem gleichen Zugführerfahrzeug ausgerüstet werden. Den bisherigen Einsatzleitwagen verkauft der Ortsverband an die DLRG Bad Kissingen, wo er noch einige Jahre seinen Dienst verrichtet.

Der neue Nissan Navara

2008
Die Zusammenarbeit der in Stadt und Landkreis München an der Wasserrettung beteiligten Organisationen (die „Einsatz-OVs“ der DLRG (München-Mitte, Polizei-München, München-Oberföhring, Oberschleißheim), die Kreiswasserwacht München, die Berufsfeuerwehr München und die Feuerwehren des Landkreises München, vertreten durch die Kreisbrandinspektion und die Feuerwehr Unterschleißheim) wird intensiviert. Dazu wird die Arbeitsgemeinschaft Wasserrettung München („Runder Tisch Wasserrettung München“) ins Leben gerufen, die sich zu einem regelmäßigen Informationsaustausch trifft. Sie erstellt ein gemeinsames „Einsatztaktisches Konzept Wasserrettungsdienst München“ für Einsätze an stehenden und Fließ-Gewässern. Die Novellierung des Rettungsdienstgesetzes Bayern (BayRDG) führt dazu, dass die vertraglichen Bindungen der Wasserrettungsorganisationen mit den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) und dem Rettungszweckverband München (RZV) – neu geregelt werden müssen. Dies mündet 2011 nach einigem Abstimmungs- und Verhandlungsbedarf in einem gemeinsamen Vertrag der Münchner Einsatz-Ortsverbände mit dem RZV, in dem neben Zuständigkeiten im Wasserrettungsdienst auch die Verfügbarkeit von Einsatzkräften, Fahrzeugen und Booten sowie Wasserrettungsstationen geregelt ist. Infolgedessen beginnt der Ortsverband ab 2010 auch mit der Ausbildung von eigenen Einsatzleitern Wasserrettung gemäß den Vorgaben des novellierten BayRDG. Da die Wasserrettungsstation am Fasaneriesee zunehmend baufällig wird und zur Weiternutzung umfangreich saniert werden müsste, kann nach intensiven Gesprächen mit der Stadt München der Neubau einer Wasserrettungsstation erreicht werden. Im Frühjahr 2008 beginnen die Planungsarbeiten dazu, der Bau beginnt 2009 nach Ende der Wasserrettungssaison. Ebenso beginnen wir in diesem Jahr mit der Ausbildung von Mitgliedern zu Strömungsrettern und beschaffen einen Strömungsrettungsanhänger mit Raft und umfangreicher Ausrüstung.

2009
Eine große Planspielübung unter der Leitung der Malteser findet statt, bei der auch die DLRG München-Mitte beteiligt ist. Dabei wird die Absicherung einer großen Rock-Veranstaltungen in der Nähe des Fasaneriesees simuliert, die letztlich in einer Großschadenslage mündet, bei der u.a. ca. 300 Personen aufgrund eines Brandes auf dem Festivalgelände in den Fasaneriesee flüchten und dort zum Teil untergehen.

2010
Beim Red Bull Crashed Ice im Januar wird der Ortsverband von der Johanniter Unfallhilfe angefordert, um die Absicherung des Olympiasees während der Veranstaltung sicherzustellen. Rechtzeitig zur Wasserrettungssaison kann Anfang Mai die neue Wasserrettungsstation eingerichtet und in Betrieb genommen werden.

Im Mai/Juni und später im August kommt es zu Hochwasserlagen außerhalb Bayerns, sodass unsere Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzt werden. Auch während des Ökumenischen Kirchentags im Mai stellten die Einsatzkräfte des Ortsverbands die Absicherung des Olympiasees, in dem eine Konzert- und Veranstaltungsbühne aufgebaut ist, sicher. Ebenfalls in diesem Jahr findet die erste große Übung statt, die vom „Runden Tisch Wasserrettung München“ organisiert wird.

Die neue Wachstation am Fasaneriesee

2011
Am 21. Mai wird nach einjährigem Probebetrieb die neue Wasserrettungsstation „Christophorus III“ feierlich eingeweiht. Dazu begrüßen wir Vertreter der Stadt München, des Bezirksausschusses Feldmoching, des DLRG-Landesverbands Bayern, der Kreiswasserwacht München, des THW sowie Anwohner aus der näheren Umgebung und stellen ihnen die Wasserrettungsstation sowie unser Einsatzmaterial vor.

Die kirchliche Segnung nimmt der katholische Pfarrer von Feldmoching vor. Am Nachmittag öffnet die Rettungsstation dann ihre Pforten auch für die Öffentlichkeit. Unsere zahlreich anwesenden Mitglieder berichten dabei gerne von ihrer Arbeit in der DLRG am Fasaneriesee und geben Führungen durch die neue Rettungsstation. Besonders begeistert sind Viele vom traumhaften Panoramaausblick im Obergeschoss. Außerdem besteht für interessierte Besucher die Möglichkeit, unsere Boote und Fahrzeuge zu besichtigen. Für die jungen Besucher veranstaltet die Jugend unseres Ortsverbands ein Entertainment mit dem DLRG-Spielmobil. In unserem DLRG-Haus an der Lilienstraße müssen der Charme der Siebziger Jahre einem hellen und schlichten Ambiente weichen: In unzähligen freiwilligen  Arbeitsstunden werden Holzbretter, Tapeten und Bodenbelag im Flur und im Treppenhaus beseitigt, die Decke abgehängt, fast zwei Dutzend energiesparsame Lichtspots eingebaut und die Wände und Türen frisch gestrichen. Im Lauf des Winters folgt noch ein neuer Bodenbelag. Im Sommer hat die DLRG München-Mitte vom Freistaat einen Mannschaftswagen vom Typ Volkswagen T5 erhalten. Die notwendigen Eigenleistungen für Sonderausstattung und Innenausbau unterstützen die Münchner Bank mit einer Spende über 5.000 Euro und ein langjähriges Mitglied ebenfalls mit einer äußerst großzügigen Geldspende. Den Innenausbau haben unsere Mitglieder in langer, sorgfältiger Eigenleistung professionell durchgeführt. Das Fahrzeug ermöglicht es uns zusammen mit unserem Einsatzleitfahrzeug und Wassernotfahrzeug, mehrere Dienste gleichzeitig wahrzunehmen und im Katastrophenfall Mannschaft an den Einsatzort zu bringen. Erstmals erscheint ein halbjährlicher Newsletter für die Mitglieder des Ortsverbands.

2012
Eine Eisrettungsübung mit der Erprobung des neuen Digitalfunk findet statt, hiervon wird auch ein umfangreicher Werbefilm des Innenministeriums aufgenommen.

Einsatzübung „Spring Flood“
Einsatzübung „Spring Flood“

Der Ortsverband beteiligt sich zusammen mit weiteren Ortsverbänden, dem Malteser Hilfsdienst und dem THW an der Übung „Spring Flood“ am Regattabadesee Oberschleißheim. Geübt wird Rettung und Evakuierung von Personen, die in Gebäuden eingeschlossen sind, deren weitere medizinische Versorgung und Abtransport, Brandbekämpfung auf dem Wasser, Erprobung Digitalfunk mit vielen Einheiten und ebenfalls eigenem Videodreh. Aus zwei Häusern müssen insgesamt 15 Verletzte oder Hilfsbedürftige gerettet werden. Die Häuser stehen bis zum Dach unter Wasser. Besondere Herausforderung: Bei den Häusern müssen die Helfer das Dach öffnen, um eingeschlossene Menschen zu retten. Die Verletzten und Erkrankten – darunter ein Herzinfarkt - sind medizinisch zu betreuen und mit Booten an Land zu bringen. Dort haben DLRG und Malteser eine Unfallhilfsstelle errichtet und behandeln die Patienten weiter medizinisch. Danach bringt sie ein Rettungswagen ins Krankenhaus. Ziel der Übung ist es, dass die Helfer Erfahrungen im Bewältigen unvorhergesehener und umfangreicher Notfälle und besonders schwieriger Arbeitsumstände erhalten und die Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen Ortsgruppen und Hilfsorganisationen vertiefen. Eine der Besonderheiten der Übung ist, dass nicht einmal die Führungskräfte zuvor in die Übungslage eingeweiht worden sind. Christoph Jansing und Sebastian Raasch, die Organisatoren der Übung, sind mit deren Verlauf sehr zufrieden: „Unsere Helfer haben sämtliche Situationen erfolgreich abgearbeitet.“ Es habe sich jedoch auch gezeigt, dass gerade größere Übungslagen regelmäßig trainiert werden müssen, um im Einsatzfall professionell helfen zu können.

Das Pfingstwochenende 2012 wird so schnell keiner der Wachgänger vergessen - Rettungshubschrauber mit Notarzt für gleich mehrere Patienten

130 Teilnehmer sind dieses Jahr am ersten Wiesn Tag bei unserem Internationalen Isarschwimmen mit am Start.

Im Oktober nimmt der Ortsverband an der Katastrophenschutzübung "Bavaria 2012" des Landesverbandes Bayern in Mittelfranken teil. Hierbei sind das erste Mal alle 14 Wasserrettungszüge der DLRG in Bayern bei einer gemeinsamen Übung zusammengezogen worden.

2013
Bereits im Frühjahr wird nach Beschluss des Vorstandes in der Ortsverbandsversammlung vorgestellt, wie konkret die umfangreiche Renovierung des Schulungsraumes in unserer Geschäftsstelle aussehen wird. Eine kleine Stromunterbrechung hat es im vorigen Frühjahr an den Tag gebracht: Die gesamte Elektrik im DLRG-Haus in der Lilienstraße ist veraltet und ein kompletter Austausch ist unvermeidlich. Geplant sind u.a. die Modernisierung der Elektroinstallation in der Geschäftsstelle, die komplette Neugestaltung der Küchenzeile samt Entfernung der Bar Theke, die Aufhellung der Wände und Decken mittels weißer Lasur auf der bestehenden Holzvertäfelung bzw. Farbe, die Entfernung des Raumteilers, die Erweiterung der Deckenbeleuchtung mittels Neonröhren, die Anbringung neuer Vorhänge, die Installation eines Deckenbeamers und eines großen beschreibbaren Whiteboards sowie die Modernisierung der Tische samt neuem hochwertigem Boden. Die Gründe für diese Renovierung liegen auf der Hand: Aufgrund diverser Schäden in der bestehenden Elektroinstallation ist eine Modernisierung der gesamten Elektroinstallation in unserer Geschäftsstelle unvermeidbar. Hierbei sind auch im Schulungsraum umfangreiche Arbeiten durchzuführen. Ebenso führt die neue Raumaufteilung in der Geschäftsstelle – das Stüberl für unser gemütliches Beisammensein ist mittlerweile im Obergeschoss – zu einer verstärkten Nutzung des Schulungsraums zur Ausbildung. Der Gesamteindruck des Schulungsraums prägt unsere Außenwirkung auf externe Kursteilnehmer und ist seit seiner letzten Renovierung vor über 20 Jahren doch etwas in die Jahre gekommen. Glücklicherweise ist in diesem Sommer das Müller‘sche Volksbad während der Sommerferien für sechs Wochen wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. In dieser Zeit kann also ohnehin kein Rettungsschwimmkurs stattfinden. Im Herbst kann dankenswerterweise auch die Theorie in den Räumlichkeiten des Volksbades stattfinden. Besonders beachtlich: Unsere öffentlichen Kurse können wir so organisieren, dass aufgrund unserem eigenen Umbaus kein einziger ausfällt: Zu den konkreten Arbeiten: Wegen des Stromproblems müssen wir vor allem sämtliche Wände des Hauses öffnen und die Kabel neu verlegen. Und wer die Wände öffnet, muss auch die Küche ausbauen. In über 1300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden legen wir die vom Grundwasser durchfeuchteten Wände trocken, verputzen neu und ersetzen den alten Bodenbelag mit strapazierfähigem Vinylparkett. Wir bauen eine neue Küchenzeile ein, bringen neue Vorhänge an und installieren einen Beamer an der Decke. Und mehr noch: Trotz des zeitgleichen Hochwassereinsatzes können wir den Umbau fast ungebremst fortsetzen. Gegen Jahresende sind die Baumaßnahmen abgeschlossen, wir können den Lehrsaal zur Weihnachtsfeier einweihen und vollständig in Betrieb nehmen. Er bietet jetzt unseren Kursteilnehmern und Ausbildern ein helles und modernes Ambiente.

Vom 2. bis zum 4. Juni sind zwölf Einsatzkräfte der DLRG München-Mitte in Rosenheim im Hochwassereinsatz. Die Helfer stellen einen Bootstrupp, die Zugführung und drei Personen für den Führungsstab im Landratsamt Rosenheim. Die Einsatzkräfte werden zur Evakuierung von Personen aus überfluteten Gebieten eingesetzt und sichern Kameraden von anderen Hilfsorganisationen beim Einsatz am Wasser ab. Am 5. Juni werden wir erneut für einen Katastrophenschutzeinsatz alarmiert. 14 Einsatzkräfte der DLRG München-Mitte rücken mit dem Wasserrettungszug Oberbayern in Richtung Deggendorf aus. Unser Ortsverband stellt hierbei die Zugführung, einen Bootstrupp und die Fachgruppe Strömungsrettung. Nach Abrücken der Kräfte werden sie in einem Bereitstellungsraum als Reserve für einen möglichen Deichbruch abgestellt. Der Deich kann glücklicherweise vor Ort gehalten werden, sodass die Helfer aus München nicht mehr eingreifen müssen. Unmittelbar danach, vom 9. bis zum 12. Juni sind unsere Wasserretter außerdem in Schönebeck (bei Magdeburg) im Einsatz. Die Helfer aus München rücken gemeinsam mit Kräften aus Oberbayern und Unterfranken aus, um in Schönebeck Hilfe zu leisten. Dort sichern die Wasserretter Einsatzkräfte anderer Hilfsorganisationen ab, als diese die Deiche mit Sandsäcken sichern. Auch verlegen die Spezialisten aus Bayern wasserseitig Folien, um ein Brechen der durchweichten Deiche zu verhindern. In den Wochen danach stellen die Helfer ihre Einsatzbereitschaft wieder her: So tauschen wir beispielsweise kontaminierte Neoprenanzüge aus und reparieren beschädigtes Material. Und die Helfer, die bis zu acht Tage ehrenamtlich im Einsatz waren, müssen sich von den kräftezehrenden Einsätzen erholen. Alle Einsatzkräfte, die im Hochwassereinsatz tätig waren, zeichnen der Freistaat Bayern, das Land Sachsen-Anhalt und die Bundesrepublik mit der Fluthelfermedaille aus.

Die DLRG München-Mitte nimmt im Juni an Hochwassereinsätzen in Bayern und bei Magdeburg teil.
Die DLRG München-Mitte nimmt im Juni an Hochwassereinsätzen in Bayern und bei Magdeburg teil.

Am Fasaneriesee erleidet ein Kleinkind einen Krampfanfall und wird von unserer Wachmannschaft erstversorgt. Dass wir im August, kurz nach dem Fluteinsatz 2013 unser erstes speziell für Hochwasser konstruiertes Rettungsboot in Dienst nehmen können, ist eher Zufall. Es ist das erste spezielle Hochwasser-Boot überhaupt, das in München stationiert ist, und trägt den Namen „Isar“. Allerdings stellt der Freistaat „nur“ das reine Boot samt Motor und Trailer zur Verfügung. Die Zusatz-Ausrüstung für das Boot und vor allem den Geräteträger-Aufbau für Beleuchtung und Funkantenne haben unsere Helfer während des Winters in professioneller Qualität selbst gebaut. Diese Zusatzeinrichtungen, die beispielsweise Nachteinsätze erst ermöglichen, muss unser Ortsverband auch aus eigenen Mitteln finanzieren. Weitere Besonderheiten: Rollen unterm Rumpf für flachstes Wasser, hohe Traglast und Zurrösen für z.B. Tragkraftspritze sowie eine Bugklappe.

2014
Der Ortsverband sichert das Event Munich Mash ab, wobei spektakuläre Motorradsprünge über den Olympiasee gezeigt werden, in enger Zusammenarbeit mit Johannitern und Notärzten. Der Abtransport eines gestürzten Bikers ist erforderlich. Erster Einsatz der neuen „Isar“ ist bei der Veranstaltung im Olympiapark.

Atemberaubende Stunts beim Munich Mash

Mehrere externe Einsätze während dem Wachdienstes am Fasaneriesee, wir retten dabei eine Person aus der Isar. Im Herbst leisten wir erste Einsätze in der Flüchtlingshilfe.

2015
Neben den regulären Diensten, die 2015 unvermindert weiterlaufen, ist die DLRG deutschlandweit im Einsatz durch die enorme Flüchtlingswelle. Die DLRG München-Mitte ist – wie bereits im Vorjahr – seit dem 12. September wieder dabei. Zunächst bauen wir im Auftrag des gemeinsamen Einsatz und Lagezentrums einen „Medical Point“ an der Donnersberger Brücke auf und betreuen ihn. Unsere Aufgabe besteht dort in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Abklären von Verletzungen. Falls notwendig werden die Patienten an den Rettungsdienst übergeben, der sie zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser bringt. Weiter übernimmt der Ortsverband eine Woche lang an der Notunterkunft am Messegelände Riem die Einsatzabschnittsleitung. Unsere Aufgabe besteht dort unter anderem in der Koordinierung der über 100 freiwilligen Helfer und der Hilfsorganisationen. Über viele Wochen hin begleiten wir mit Sanitätsteams nächtliche Flüchtlingszüge von Passau, Freilassing und Garmisch-Partenkirchen aus nach Nord- und Westdeutschland, beispielsweise bis Berlin, Hannover oder Düsseldorf. Neben Ansprechpartner im Zug für das gemeinsame Einsatz- und Lagezentrum der Hilfsorganisationen zu sein und die Menschen mit Medikamenten, Lunchpaketen und Getränken zu versorgen und sie im Zielbahnhof an weitere Helfer zu übergeben, gilt es auch Erkrankungen im Zug abzuklären um unnötige Zwischenhalte zu vermeiden (für die meisten Erkrankten genügt es, wenn sie in der Asylbewerberunterkunft medizinisch versorgt werden, z.B. bei Erkältungen). Aber es sind auch Notfälle zu bewältigen, wie z. B. eine Hochschwangere im Zug.

Flüchtlingseinsatz
Flüchtlingseinsatz

Zur Absicherung aller Eventualitäten des G7-Gipfels haben wir uns im Auftrag des Freistaats an der Bereitstellung eines Wasserrettungszuges beteiligt. Dieser kommt zwar nicht unmittelbar zum Einsatz, ist aber planmäßig als Wasserrettungszug Oberbayern in ständiger Bereitschaft, um in kürzester Zeit ausrücken zu können. Unerwartet alarmiert uns dagegen das Lagezentrum des G7-Gipfels, als in Garmisch mehrere zusätzliche Allrad-Fahrzeuge für den Personal- und Materialtransport im Gelände benötigt werden. Die Anfrage erfolgt sehr kurzfristig, aber wir können sie trotzdem positiv beantworten. In Zusammenarbeit mit dem Ortsverband Erding stellen wir hier über elf Tage hin das Personal für einen Mannschaftstransporter, das dann Tag und Nacht im 8-Stunden-Schichtbetrieb bis zur Erschöpfung im Einsatz ist, bei extremer Hitze. Darüber hinaus ist eines unserer Mitglieder zehn Tage lang in der Redaktion der Helferzeitung „Gipfelpost“ tätig.

Transportfahrzeug mit Münchner Besatzung im G7-Einsatzgebiet
Bootstaufe Motorrettungsboot Isar

Am 20. Juni wird unser Motorrettungsboot Isar kirchlich gesegnet. Pfarrer Johannes Kurzydem aus Feldmoching gibt der Rettungsmannschaft und symbolisch auch dem Boot den kirchlichen Segen. Anschließend tauft Nicole Lotz das neue Boot auf den Namen „Isar“. Wie professionell wir mit dem Boot umgehen, können die Vertreter des Bezirksausschusses und die Spaziergänger im Erholungsgebiet bei einer Vorführung auf dem See live erleben.

Highlight der Sanitätsdienste im Jahr 2015: Die sanitätstechnische Unterstützung der Johanniter beim Konzert im Olympiastadion

Rund 190 Schwimmer (nach 118 im Vorjahr) nehmen am 19. September bei strahlendem Sonnenschein am 25. Isarschwimmen teil. Beim Durchschwimmen der Hindernisse auf der 5,5 km langen Strecke von Pullach bis zur Münchner Floßlände München-Thalkirchen haben die Teilnehmer viel Spaß. Für zusätzliche Spannung sorgt ein neu eingebautes Unterwasserhindernis im Zielbereich. Über 30 Einsatzkräfte und Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf dieser Großveranstaltung, die einen Teilnehmerrekord verbuchen kann.

2016
Der Ortsverband sichert die Events „Crashed Ice“ und „Munich Mash 2016“ im Olympiapark ab. Er verkauft das Motorrettungsboot „München 1“, genannt „Guppy“.

Mit dem Bayerischen Fernsehen finden Aufnahmen am Fasaneriesee statt.

Im Februar findet die Ortsverbandsversammlung statt und bringt außer einem neuen Vorsitzenden noch weitere wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen. Neben den Berichten über die vielzähligen Aktionen des Ortsverbandes im vergangenen Jahr, wird das Konzept zur Modernisierung und Erweiterung unseres Einsatz- und Ausbildungszentrums in der Lilienstraße vorgestellt und einstimmig angenommen. Hier ist geplant, den bestehenden Flachdach Anbau mit Eingangsbereich, den Toiletten, dem Lager und den drei bestehenden Garagen durch einen größeren Neubau mit angeschlossener Fahrzeughalle zu ersetzen. Als weitere zukunftsweisende Entscheidung stimmt die Versammlung der Ersatzbeschaffung unseres Wassernotfahrzeuges in 2017 zu, das vom Baujahr 2005 ist und mittlerweile einige Mängel aufweist.

Auf der Anfahrt zu einer Strömungsrettungsübung erreicht im Juli die Meldung über die Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum auch die DLRG München-Mitte. Sofort fährt unser Team zurück in unser Einsatz- und Ausbildungszentrum in der Lilienstraße und belädt die Fahrzeuge mit Sanitätsmaterial. Jetzt können wir mit unseren Einsatzfahrzeugen auch dringend benötigte Polizeibeamte von zu Hause zu ihren Dienststellen bringen – denn es sind massive Verkehrsbehinderungen entstanden und der gesamte öffentliche Personenverkehr ist eingestellt. Nach diesen aufregenden Fahrten werden unsere beiden Fahrzeuge als First Responder, das ist eine Einheit zur medizinischen Erstversorgung, zur Bereitstellung an einer Münchner Feuerwache verlegt. Überrascht werden wir um 22.30 Uhr, als wir mit sämtlichen anderen Einsatzkräften in einen benachbarten Landkreis geschickt werden, da dort ein weiterer Amoklauf gemeldet ist. Dies stellt sich allerdings als Falschmeldung heraus. Erst nach Mitternacht entspannt sich die Lage soweit, dass wir entlassen werden. Insgesamt neun Menschen sind bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

Nach vollbrachten Taten im Sommer treffen sich unsere aktiven Mitglieder zum „Aktivenfest“ mit Grillen am Fasaneriesee. Eine kleine Sensation: Zu seinem 70sten Geburtstag wird Günther Hahn, Urgestein der DLRG in München und noch immer aktiv, vom Vorstand unseres Ortsverbands zum einzigen Ehrenmitglied ernannt.

180 Schwimmer aus ganz Deutschland haben sich zum diesjährigen Isarschwimmen der DLRG München-Mitte am 17. September angemeldet. Beim Durchschwimmen der Hindernisse haben die Teilnehmer trotz Nieselregen viel Spaß.

Bastian Grupp